Jahrelang gab es auf dem Sparbuch fast nichts. Das hat sich 2026 geändert. Banken kämpfen wieder um Einlagen und locken mit Zinsen, die oft über der Inflationsrate liegen. Doch Vorsicht: Oft ist der Spitzenzins nur ein Lockangebot für wenige Monate. Wer dauerhaft profitieren will, muss die Spielregeln kennen.
Tagesgeld vs. Festgeld: Der entscheidende Unterschied
Bevor du Geld überweist, musst du entscheiden: Willst du Flexibilität oder Planungssicherheit?
Tagesgeld
Flexibilität: Sehr hoch
Du kommst jederzeit an dein gesamtes Geld. Der Zinssatz ist variabel – die Bank kann ihn täglich ändern (nach oben oder unten). Oft gibt es für Neukunden eine Zinsgarantie (z.B. für 6 Monate).
Festgeld
Sicherheit: Sehr hoch
Du legst dein Geld für einen festen Zeitraum (z.B. 12 Monate) an. Du kommst vor Ablauf NICHT an das Geld heran. Dafür ist der Zinssatz garantiert festgeschrieben, egal was am Markt passiert.
Wie funktionieren die Bonus-Prämien?
Banken benötigen Einlagen, um Kredite zu vergeben. Ein Neukunde ist wertvoll. Deshalb gibt es oft Boni, die zusätzlich zum Zins gezahlt werden.
Typische Bonus-Modelle 2026:
- Der Eröffnungs-Bonus:
Du erhältst z.B. 50€, wenn du das Konto eröffnest und mindestens einmalig 1.000€ einzahlst. - Der Volumen-Bonus (Staffelung):
"Erhalte 25€ für 5.000€ Einlage, 50€ für 10.000€ oder 100€ für 50.000€." Hier lohnt es sich, genau die Stufen zu prüfen.
Risiken & Sicherheit: Worauf du achten musst
Auch wenn Tagesgeld als "sicherer Hafen" gilt, gibt es Risiken, die du kennen solltest:
1. Die Einlagensicherung (EU vs. Nicht-EU)
Wir listen bei Giropilot nur Banken mit Sitz in der EU/EWR. Warum?
Innerhalb der Europäischen Union sind Einlagen bis zu 100.000€ pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt. Sollte die Bank pleitegehen, springt der nationale Einlagensicherungsfonds ein. Bei Banken außerhalb der EU (z.B. Türkei, Offshore) gilt dieser Schutz oft nicht oder ist schwer durchsetzbar.
2. Das "Zins-Hopping" Risiko
Aktionszinsen gelten oft nur für 3 bis 6 Monate. Danach fällst du auf einen niedrigeren Standardzins (oft unter 1%) zurück.
Strategie: Stelle dir einen Kalender-Reminder 2 Wochen vor Ablauf der Zinsgarantie. Wenn der Zins und du nicht mehr zufrieden: Wechsle zur nächsten Bank und nimm die nächste Prämie mit. Das ist völlig legal und wirtschaftlich klug.
Achtung: Kontowechselhilfe gilt hier nicht!
Ein wichtiger Unterschied zum Girokonto: Die gesetzliche Kontowechselhilfe (ZKG) gilt nicht für Tagesgeld- oder Festgeldkonten.
Das ist aber kein Problem: Du musst hier keine Lastschriften umziehen. Du eröffnest einfach das neue Tagesgeldkonto und überweist dein Geld vom alten Konto dorthin. Das alte Konto kannst du dann per Klick im Online-Banking kündigen oder einfach leer liegen lassen.
Häufige Fragen (FAQ)
Wann werden die Zinsen ausgezahlt?
Das variiert. Beim Tagesgeld ist eine monatliche oder quartalsweise Zinsgutschrift ideal, da du so vom Zinseszinseffekt profitierst. Beim Festgeld fließen die Zinsen oft erst am Ende der Laufzeit (Vorsicht bei mehrjährigen Anlagen: Das kann steuerlich ungünstig sein, wenn alles in einem Jahr zufließt).
Muss ich die Zinsen versteuern?
Ja. Zinsen unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer (25% + Soli). Du hast aber einen Freibetrag (Sparerpauschbetrag) von 1.000€ pro Person und Jahr. Richte bei der Bank unbedingt einen Freistellungsauftrag ein, damit die Zinsen brutto ausgezahlt werden.
Für wen lohnt sich das?
Für jeden, der Geld auf dem Girokonto "herumliegen" hat. Auf dem Girokonto bringt es 0% Zinsen und verliert durch Inflation an Wert. Auf dem Tagesgeld ist es genauso sicher, aber es "arbeitet" für dich.