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Depot mit Prämie 2026: Bis zu 2.500€ Bonus für deinen Wechsel

Während Banken beim Girokonto sparen, eskaliert der Kampf um Depotkunden. Wer 2026 sein Depot wechselt, kann vierstellige Prämien kassieren. Doch Vorsicht: Nicht jedes Angebot lohnt sich nach Steuern.

Update: 02.01.2026
Lesezeit: ca. 8 Min.
Redaktionell geprüft

Der Markt für Neobroker und Direktbanken ist 2026 so umkämpft wie nie. Etablierte Player wie die Consorsbank oder Comdirect versuchen, verlorene Kunden mit hohen Wechselprämien zurückzuholen, während Herausforderer wie Scalable Capital oder Traders Place mit aggressiven Neukunden-Boni locken. In diesem Guide lernst du, wie du diese Situation für dich nutzt – ohne in Kostenfallen zu tappen.

Warum zahlen Broker bis zu 500€ für einen Wechsel?

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Du überträgst deine Aktien von A nach B und erhältst dafür hunderte Euro geschenkt. Der Haken? Es gibt keinen. Es ist reine Mathematik.

Depotkunden sind für Banken extrem wertvoll. Anders als Girokonto-Nutzer, die oft nur Kosten verursachen, generieren Anleger über Jahre hinweg Ordergebühren oder Bestandsprovisionen. Ein Kunde, der 50.000€ Depotvolumen mitbringt, ist der Bank statistisch gesehen über 1.000€ wert. Die Prämie ist also nur ein Teil der Marketingkosten, die direkt an dich weitergegeben werden.

Die 3 Bonus-Modelle im Vergleich

  • 1. Die Wechselprämie (Der Klassiker): Du überträgst bestehende Aktien/ETFs zu einer neuen Bank. Die Prämie richtet sich oft nach dem Volumen (z.B. 100€ für 10.000€ Übertrag). Ideal für Anleger mit Bestand.
  • 2. Der Startbonus (Für Einsteiger): Du eröffnest das Depot und führst 3 Trades aus. Dafür gibt es 50€-100€ bar auf die Hand. Anbieter: Comdirect, Traders Place.
  • 3. Die Gratis-Aktie (Gamification): Anbieter wie Trade Republic schenken dir einen Bruchteil einer Aktie (z.B. Apple oder Tesla). Der Wert schwankt meist zwischen 10€ und 50€, kann aber theoretisch bis 500€ gehen.

Die Bedingungen: Das Kleingedruckte erklärt

Damit die Bank dir das Geld wirklich überweist, musst du dich an die Spielregeln halten. Wir haben die AGBs der Top-Anbieter analysiert. Das sind die wichtigsten Stolpersteine:

1. Die Haltefrist (Lock-in Period)

Banken sind nicht dumm. Sie wollen verhindern, dass du die Aktien überträgst, die Prämie kassierst und sofort wieder abziehst. Deshalb gilt fast immer:
"Die übertragenen Wertpapiere müssen mindestens 6 bis 12 Monate im neuen Depot verbleiben."
Verkaufst du vorher, wird die Prämie oft zurückgefordert. Wichtig: Kursverluste zählen nicht als "Abzug". Wenn dein Depotwert fällt, ist das okay, solange du keine Anteile verkaufst oder wegtransferierst.

2. Ausschluss von "internen" Wechseln

Viele Bankmarken gehören zusammen. Ein Wechsel von der Commerzbank zur Comdirect wird oft nicht prämiert, da es derselbe Konzern ist. Auch ein Wechsel von maxblue zur Deutschen Bank funktioniert in der Regel nicht. Prüfe vorher, wer hinter der Marke steckt!

3. Nur bestimmte Gattungen

Oft zählen nur Investmentfonds oder Aktien zum prämienberechtigten Volumen. Cash auf dem Verrechnungskonto zählt fast nie dazu! Achte darauf, dass du voll investiert bist, bevor du den Übertrag startest.

Achtung Steuerfalle: Die 256€ Grenze

Das ist der wichtigste Punkt, den viele Finanz-Blogs verschweigen: Depot-Prämien sind steuerpflichtig!

Anders als Kapitalerträge (25% Abgeltungsteuer) zählen diese Prämien meist als "Sonstige Einkünfte" gemäß § 22 Nr. 3 EStG. Es gibt eine Freigrenze von 256 Euro pro Jahr.

  • Prämie 250€: Steuerfrei. Du darfst das Geld komplett behalten.
  • Prämie 300€: Der komplette Betrag muss mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert werden!

Tipp: Wenn du hohe Prämien (z.B. 500€ bei der Consorsbank) anpeilst, leg dir ca. 30-40% davon für die Steuererklärung zurück.

Der große Vorteil: "Schufa-Freiheit"

Im Gegensatz zum Girokonto-Hopping ist das Depot-Hopping für deine Bonität völlig ungefährlich.

Ein reines Wertpapierdepot wird nicht in der Schufa eingetragen. Es gibt keinen Kreditrahmen (Dispo) und damit kein Ausfallrisiko für die Bank. Du kannst theoretisch 10 Depots gleichzeitig führen, ohne dass dein Schufa-Score sinkt. Das macht Depots zum perfekten Produkt für Bonus-Jäger.

Hinweis: Manche Banken eröffnen automatisch ein Girokonto als Verrechnungskonto mit. Dieses kann in der Schufa landen. Achte auf Anbieter mit reinem Verrechnungskonto (z.B. Trade Republic, Scalable, ING Extra-Konto).

Schritt-für-Schritt zum Wechsel-Bonus

  1. Altes Depot checken: Notiere dir deine aktuellen Einstandskurse (Kaufwerte). Diese sollten beim Übertrag automatisch mitgeliefert werden ("Tax Lot Transfer"), aber sicher ist sicher.
  2. Neues Depot eröffnen: Nutze Video-Ident für die schnelle Eröffnung. Achte darauf, Ad-Blocker zu deaktivieren, damit das Tracking für den Bonus funktioniert.
  3. Übertragsformular nutzen: Die neue Bank bietet meist einen "Depotwechsel-Service" an. Das ist ein digitales Formular. Du brauchst nur die IBAN/Depotnummer der alten Bank. Du musst bei der alten Bank NICHTS tun.
  4. Warten (Geduldprobe): Ein Depotübertrag in Deutschland dauert gesetzlich oft bis zu 3 Wochen. In dieser Zeit kannst du die Aktien nicht verkaufen! Übertrage also keine Papiere, die du kurzfristig handeln willst.
  5. Prämie erhalten: Nach Ablauf der Haltefrist (siehe AGB) wird das Geld automatisch gutgeschrieben.

Fazit: Wann lohnt sich der Aufwand?

Der Depotwechsel lohnt sich vor allem für "Buy & Hold"-Anleger, die ihre ETFs oder Aktien ohnehin liegen lassen wollen. Wer ein Depotvolumen von über 10.000€ hat, kann mit 1-2 Wechseln pro Jahr risikofrei mehrere hundert Euro "Rendite" zusätzlich erwirtschaften – garantiert und unabhängig vom Börsenkurs.

Für aktive Trader ist die Blockade-Zeit während des Übertrags (1-3 Wochen) jedoch ein Risiko. Wäge also ab: Willst du Flexibilität oder geschenktes Geld?

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*Investieren birgt Risiken. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für die Zukunft.